Teneriffa - Inselschatz für Weinkenner

Teneriffa – ein Inselschatz für Weinkenner

Wer weiß es schon: Teneriffa ist nicht nur ein Wander-, sondern auch ein Weinland, denn die feinen Weine dieser Insel sind in jeder Hinsicht etwas Besonderes. Sie sind meist handverlesen und das ausgeglichene Klima, sowie die Lavaböden geben den edlen Tropfen ein besonderes Aroma.

Der Weinbau auf Teneriffa geht bis ins 15. Jahrhundert zurück, prägte Brauchtum, Kunst und Kultur der Insel und galt bis zum 18. Jahrhundert als treibende Wirtschaftskraft. Dann führten zwei Hauptgründe zum Niedergang: Einerseits das aufstrebende Madeira mit seinem Portwein, andererseits die nahezu komplette Zerstörung von Teneriffas Handelshafen durch einen Vulkanausbruch. Erst Ende des 20. Jahrhunderts nahmen die Bürger den Weinanbau wieder auf, kultivierten eine große Anbaufläche.

Kanarische Weine – Anbaugebiete und Rebsorten

Insgesamt beträgt die Gesamtanbaufläche der Insel 8.000 Hektar, der Norden Teneriffas zählt mit etwa 2.500 Hektar zu den größten Weinanbaugebieten der Kanarischen Inseln und umfasst neun Gemeinden. Während früher hauptsächlich Weißwein an- und ausgebaut wurde, überwiegt heute der frisch und trocken schmeckende Rotwein, der Dank des durchlässigen und mineralhaltigen Bodens hier eine ganz spezielle Note hat. Neben der „Listán Blanco“ sind vorwiegend „Negramoll“ und „Tintilla“-Rebsorten kennzeichnend für diese Region. Die Anbauregionen auf Teneriffa untergliedern sich in fünf Bereiche: Abona, Valle de La Orotava, Valle de Güimar, Tacoronte-Acentejo und Ycoden Daute Isora.

Abona

Die Region Abona liegt im südlichen Teil von Teneriffa und umfasst insgesamt sieben Gemeinden. Charakteristisch für die Weinberge sind ihre steilen Hanglagen und Mischböden: In den flacheren und mittleren Regionen (zirka 200 bis 800 Meter über dem Meeresspiegel) herrscht vulkanischer Sandboden vor, in Höhenlagen um 1.800 Meter schwarze Böden. Das Wechselspiel von gemäßigtem Mittelmeer- und extremem Kontinentalklima verleihen den Trauben ein blumig-fruchtiges Aroma. Die am häufigsten angebaute Rebsorte heißt „Listán Blanco“.

Valle de La Orotava

Im zentralen Norden Teneriffas befindet sich das zweite Anbaugebiet der Insel. Es besteht aus drei Regionen, in denen vornehmlich Weiß- und Rotweine produziert werden. Dank des durchlässigen und mineralhaltigen Bodens erhalten diese eine ganz spezielle Note. Häufigste Rebsorten sind die „Listán Blanco“ und die „Listán Negro“. Diese bilden die Grundlage für milde Rotweine, die Rebsorten „Malvasia“ und „Verdello“ wiederum verleihen den Weißweinen ihre fruchtige Basis.

Valle de Güimar

Dieses bis zu 1.600 Meter hohe Anbaugebiet erstreckt sich im Südosten Teneriffas und setzt sich aus drei Gemeinden zusammen. Vorherrschende Rebsorte ist die „Listán Blanco“, jedoch nehmen Rebsorten wie „Cabernet Sauvignon“ oder „Merlot“ an Bedeutung zu. Charakteristisch für den Weißwein aus dieser Region sind sein kräftiger Geschmack und das volle Aroma.

Tacoronte-Acentejo

Dieses Anbaugebiet umfasst insgesamt neun Gemeinden und liegt im Norden Teneriffas. Neben der „Listán Blanco“ sind vorwiegend „Negramoll“ und „Tintilla“-Rebsorten kennzeichnend für diese Region. Die Weinstöcke befinden sich in bis zu 1.000 Höhenmetern über dem Meeresspiegel und wachsen auf kalkarmen Vulkanböden. Das dichteste Anbaugebiet Teneriffas bringt vornehmlich Qualitäts-Rotweine und hochwertige Weißweine hervor.

Ycoden Daute Isora

 Im Nordwesten von Teneriffa gelegen, gliedert sich die fünfte Weinanbauregion in neun Bezirke. Sie gilt als ausgesprochen gutes Weißweingebiet, jedoch birgt sie auch ein großes Potential an qualitativ hochwertigen Rosés und Rotweinen. Die Rebstöcke stehen unter dem Einfluss des Atlantik-Klimas sowie der stetigen Passatwinde und liegen zwischen 50 bis 1.400 Höhenmetern. Dank der vulkanischen Bodenbeschaffenheit, des Mikroklimas und der langen Tradition des Anbaus, stehen gleich drei charismatische Wein-Produkte für diese Gegend: Weißweine mit sommerlichen Fruchtkomponenten, frisch-fruchtige Rosé- und junge Rotweine mit einem Waldfrucht- und Kirscharoma.

Eine Reise zu dieser schönen Insel sollten Weinkenner und die, die es noch werden möchten sich einfach gönnen, denn die alljährlichen Weinfeste Teneriffas ziehen Tausende von Besuchern aus aller Welt in ihren Bann:

Mit dem Weinbus über die Insel – Guagua del Vino

 Eine originelle wie praktische Option für Weinliebhaber ist der sogenannte „Guagua del Vino“, ein Weinbus, der von Mai bis Dezember zu festen Terminen unterwegs ist.

Mit dem Bus fahren Weinfans zu verschiedenen Weingütern und verkosten dabei edle Tropfen. Auf der Tour erhalten Besucher auch Einblicke in die Technik der Weinherstellung und deren Tradition auf Teneriffa. Startpunkte der Halb- und Ganztagestouren sind Santa Cruz und La Laguna, von dort geht es zu den Orten Tegueste, La Laguna, Tacoronte, El Sauzal, La Matanza, La Victoria und Santa Úrsula.

Die „Ruta del Vino Tacoronte-Acentejo“ im gleichnamigen Herkunftsgebiet „Tacoronte-Acentejo“ zählt als einzige auf den Kanarischen Inseln zu den offiziell zertifizierten Weinrouten Spaniens.

Weinmuseum, Restaurant und Degustationen im Casa del Vino

 „La Casa del Vino La Baranda“ ist ein antikes kanarisches Landgut aus dem 17. Jahrhundert.

Es befindet sich im Besitz der Inselregierung, die sich zum Ziel gesetzt hat, die besondere Qualität der einheimischen Weine hervorzuheben. Im Inneren des Hauses befindet sich das Weinmuseum „Museo Insular de la Vid y el Vino de Tenerife“.

Die Besucher haben in der Probierstube die Möglichkeit Weine aus den fünf Hauptanbaugebieten der Insel zu testen und sie in der „Vinoteca“, dem Weingeschäft zu erwerben. Außerdem wird ein vielfältiges kulturelles Angebot mit Konzerten, Vorträgen, Weinproben und Ausstellungen geboten.

In den beiden Restaurants und in der Bar besteht Gelegenheit in den Genuss der „neuen kreativen kanarischen Küche“ zu kommen, die alte traditionelle Rezepte wieder aufleben lässt.

„Guachinches“ – ein inoffizieller Tipp für Freunde von jungem Wein

 In der Weinsaison eröffnen überall auf der Insel Bauern ihre „Guachinches“, kleine Garagenausschänken vergleichbar mit den süddeutschen Straußenwirtschaften.

Dort bieten sie neben Fleisch und Gemüse oft hauseigenen Wein an. Urlauber, die über das Land fahren, können an verschiedenen Ständen Stopp machen und feinsten Wein verkosten und kaufen. Die „Guachinches“ werden im Herbst extra für den Weinverkauf geöffnet – alle Produkte werden nach Hausmannsart zubereitet. Feinschmecker können leckere Kleinigkeiten aus dem eigenen Stall und eigenem Anbau ergattern.

Die „Guachinches“ lassen sich gut durch ein Schild, auf dem „Se vende vino“ zu lesen ist, erkennen.

Informationen: gibt es beim Spanischen Fremdenverkehrsamt * Myliusstraße 14 * 60323 Frankfurt * Telefonnummer 069-725033 bis -38 oder per Email: frankfurt@tourspain.es

Text und Foto: POSITIV-MEDIEN (Presse-Teneriffa * Waldemar Herzog)

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