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Fährt man von Heidelberg aus in nördlicher Richtung an der Bergstraße entlang, so stößt man in Dossenheim auf die Schauenburg, in Schriesheim auf die Strahlenburg und bei Neckarsteinach auf Burg Schadeck. Auch der kleine Ort Hirschhorn hat eine Burg aufzuweisen. Eine besonders imposante Erscheinung ist jedoch Burg Dilsberg, nicht weit entfernt vom Städtchen Neckargemünd, die mit einer abwechslungsreichen und Sagen umwobenen Geschichte zahlreiche Besucher auf den gleichnamigen Berg lockt.
Für den Dilsberg als ein Teil des Wimpfener Bannforstes aus dem Bistum Worms interessierten sich im Jahre 899 zunehmend die Grafen von Lauffen, die dem König und den Bischöfen von Worms unterstanden, denn der Dilsberg schien ihnen wegen der verkehrsmäßigen Erschließung des Neckartals ein besonders günstiger Wohnsitz zu sein. Burgenbau auf den Höhen war damals etwas Neues, und König und Adel beteiligten sich daran. Die Burgen gaben dem Land das charakteristische, bis heute bewahrte Bild: Die Ritterburg als unverwechselbares Produkt des hohen Mittelalters. Die im Jahre 1208 fertig gestellte Burgfeste wird urkundliches Eigengut und Wohnsitz des Pfalzgrafen Boppo V. von Lauffen
Dieser lässt vor den Toren der Burg eine kleine Stadt gründen. Die Bewohner der Dörfer Rainbach und Reidenberg mussten auf den Berg ziehen, Häuser bauen und sich für die Einquartierung von Soldaten oder der Heidelberger Hofgesellschaft bereithalten. Dafür erhielten sie ihre persönliche Freiheit.
Der von der Stadt Neckargemünd eingemeindete Ortsteil Dilsberg weist somit eine fast 800-jährige Geschichte auf. Der mittelalterliche Ortskern, mit seiner im 12. Jahrhundert errichteten Burganlage sowie der rund um gut erhaltenen Stadtmauer, liegt in herrlicher Lage hoch über dem Neckartal. Von der Burg genießt man einen herrlichen Rundblick über das Neckartal, die Berge des Odenwalds und die Hügel des Kraichgaus. An schönen Tagen mit guter Sicht, sind die Ausläufer der Pfalz und des nördlichen Schwarzwalds zu erkennen
Die Burg, die im Wandel der Jahrhunderte heiß umkämpft war und so manche Eroberung unversehrt überstand hat, präsentiert sich dem Besucher heute als Ruine. Die Dilsberger selbst waren es, die ihre Burg zerstörten. Am Anfang des 19.Jahrhunderts brauchte die total verarmte Bevölkerung Steine, um ihre Wohnhäuser zu bauen. Und das Gemäuer wurde im Jahre 1826 zum Abbruch freigegeben, bedingt durch den beginnenden Tourismus und die Aufwertung der Burgen in der Spätromantik um 1895 aber wieder in Teilen restauriert, so dass sich heute gut erahnen lässt, welche Bedeutung der Burg in früheren Zeiten zukam.
Im Burghof befindet sich ein etwa 50 Meter tiefer Brunnen, welcher vom Berghang aus, durch einen im 17. Jahrhundert angelegten und rund 80 Meter langen Stollen, noch heute begehbar ist.
Information bei: Tourist-Information * Bahnhofstraße 13 * 69151 Neckargemünd * Telefon 06223-3553 * Telefax 06223-73784
Text und Foto: POSITIV-MEDIEN (Presse-gbk * Claudia Zimmer * Waldemar Herzog)
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