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Mit dem Lift in den Bus
Das gbk-Mitglied aus Bösingen verfügt seit 2005 über einen rollstuhlgerechten Fernreisebus mit 48 bequemen Schlafsesseln. Der Vier-Sterne-Bus ist mit allem Komfort wie Video, Küche und Klimaanlage ausgestattet. Die Sonderanfertigung von Bova hat eine behindertengerechte Toilette und einen Schwebelift. Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte werden über den Lift im Heck des Fahrzeuges in den Bus gehoben. „In unserem Fernreisebus können ca. 10 bis 15 Rollstühle gleichzeitig im Fahrgastraum verankert werden“, erklärt Bernd Müller. „Hierzu wird die entsprechende Anzahl von Schlafsesseln ausgebaut“, so der Inhaber von Müller Reisen. Der Reisegast kann aber auch mit einem Schwebelift vom Rollstuhl in den normalen Bussessel umgesetzt. Hierbei ist ein Ausbau der Schlafsessel nicht notwendig. Die Rollstühle werden im Kofferraum verstaut.
Der Rolli-Bus kann nicht nur von Gruppen gemietet werden. Müller Reisen schreibt auch spezielle Gruppenangebote für Menschen mit Behinderung aus. Deshalb wurde dem Unternehmen bereits 2008 vom Verein Aktiv Behinderte in Stuttgart und Umgebung der Goldene Rollstuhl verliehen.
Rundreise nach Italien
Die Hersteller reagieren auf die Nachfrage nach behindertenfreundlichen Bussen. Für einen Kunden in Bayern hat Mercedes-Benz Anfang des Jahres einen Tourismo mit behindertengerechter Ausstattung direkt ab Werk geliefert. Der Bus verfügt über 57 + 2 Fahrgastsitze, zudem finden noch vier Rollstühle Platz an Bord. Die Rollstühle werden über einen elektrischen Lift, der sich hinter der Vorderachse befindet, in das Fahrzeug gehoben. Im Fahrgastraum werden sie auf Airline-Schienen mit Hilfe von Schnellspanneinrichtungenen befestigt.
Häufig sind es Selbsthilfegruppen, Alten- und Pflegeheime, das Rote Kreuz oder der VdK, die bei Müller Reisen aus Bösingen den Rolli-Bus für einen Tagesausflug anmieten. Darunter viele Fußballfans, mit denen der Bus regelmäßig eines der Sportstadien in der Region ansteuert. Die Kunden kommen bis von Nagold, Sindelfingen oder Freiburg. „Wir holen sie aus einem Umkreis von etwa 100 Kilometer“, erklärt Bernd Müller. Auch die Ernst-Barlach-Schulen aus München gehören zu Müllers Stammkunden. Die Privatschule bietet Jugendlichen mit und ohne Behinderung eine individuelle Förderung in kleinen Klassen. „Der Rollibus ist im Jahr zwischen 80 und 100 Tage im Einsatz“, stellt Müller beim Blick in seine Firmenstatistik fest.
Etwa zehn Mal im Jahr ist das Fahrzeug, das auch als normaler Fernreisebus eingesetzt werden kann, mit einer Gruppe von Rollstuhlfahrern auf mehrtägigen Reisen unterwegs, die in der Regel zwischen vier und acht Tagen dauern. Dabei steuert er bevorzugt deutsche Ziele wie den Spreewald, das Allgäu sowie den Bodensee und Dresden an. Aber auch Rundreisen nach Italien sind bei Rollstuhlfahrern beliebt. „Und es gibt immer mehr Hotels, die für Rollstuhlfahrer geeignet sind“, freut sich Müller.
Krankenschwester an Bord
Müller achtet darauf, dass bei Reisen mit behinderten Gästen ein Fahrer mit sozialer Kompetenz am Steuer sitzt. „Bei diesen Gruppen ist auch immer eine Krankenschwester dabei“, betont der Busreiseveranstalter. Sein Personal wird in internen Schulungen auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung vorbereitet. „Dabei bekommen wir gute Tipps von Selbsthilfegruppen“, sagt Müller.
Ausflüge mit behinderten Menschen laufen grundsätzlich nach einem anderen Zeitplan ab als die sonstigen Reisen. „Alles geht wesentlich langsamer“, so die Erfahrung des Unternehmers. So dauert es etwa eine halbe Stunde, bis zwei Rollstuhlfahrer ihre Plätze im Bus eingenommen haben. Auch muss der Fahrer mehrere und längere Pausen einlegen als mit anderen Reisegruppen.
„Deshalb ist es auch schwierig, eine Reise für gemischte Gruppen mit behinderten und nicht behinderten Teilnehmern zu organisieren“, räumt Müller ein. Trotzdem wird sein Rolli-Bus gelegentlich von „Reisen mit Behinderten“ angemietet. Der Verein aus Ulm - www.reisen-mit-behinderten-ulm.de - engagiert sich für die Integration von Behinderten, indem er für sie Reiseprogramme zusammen mit nicht behinderten Touristen entwickelt. „Einige Busfahrten über enge Passstraßen waren Erlebnis und Abenteuer zugleich“, schwärmt die Vorsitzende Hedi Schell von einer Reise nach Südtirol.
Weitere Informationen bei: www.rolli-busreisen.de
Text und Foto: POSDITIV-MEDIEN (Presse-gbk * Müller Reisen * Waldemar Herzog)
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