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Fremdenführer mit Gütezeichen
Marian Bilacic ist Vorsitzender des Slowakischen Verbandes der Fremdenführer ( www.touristguides.de ). Der professionelle Verband qualifizierter Fremdenführer wurde 2003 gegründet und arbeitet eng mit der slowakischen Tourismuszentrale zusammen. „Eines der Hauptziele unseres Verbandes ist es, dem Beruf des Fremdenführers den notwendigen gemeinschaftlichen Respekt zurück zu geben“, erklärt Bilacic. „Wir sind überzeugt, dass man unsere Fremdenführertätigkeit als einen vollständigen Beruf und nicht nur als eine Aktivität für StudentenInnen und Rentner betrachten sollte.“ Die rund 300 Fremdenführer des Verbandes verfügen über einen Mitgliedsausweis – ein Gütezeichen für Qualifikation im Tourismus.
Bilacic, der sich auch auf internationalen Tagungen für die Qualifikation von Fremdenführern engagiert, ist auch ein beliebter Gesprächspartner für Journalisten. Etwa vor einem Jahr drehte ein Kamerateam des Norddeutschen Rundfunks mit ihm eine Dokumentation über die Slowakei. Dabei zeigte er ihnen vom Boot auf der Donau aus die Industrie der Hauptstadt, die von der Raffinerie Slofnaft geprägt ist. Und die Fernsehzuschauer lernten auch die ländliche Slowakei kennen und begleiteten Bilacic zum traditionellen Gänseessen auf dem Dorf.
Wenn Bilacic mit deutschen oder italienischen Gruppen durch die idyllischen Gassen der Altstadt geht, macht er sie nicht nur auf historisch und architektonisch interessante Details an den Fassaden aufmerksam. Er zeigt ihnen auch, aus welcher Perspektive sie reizvolle Fotos der Burg schießen können.
Theater und Konzerte auf der Burg
Neben der UFO-Brücke, die 1972 gebaut wurde, ist die Burg das Wahrzeichen der Stadt. Am Ende des 9. Jahrhunderts war es eine bedeutende Siedlungsburg. Mit dieser Zeit ist die erste urkundliche Erwähnung von Bratislava aus dem Jahr 907 verbunden, in der die Schlacht zwischen den Bajuwaren und den Magyaren am Fuß der Burg Brezalauspurc beschrieben wird. Im 11. und 12. Jahrhundert entstand auf dem Burgberg ein vorromanischer Steinpalast. Der großzügige Umbau der Burg begann im Jahr 1423 und das Ergebnis war eine gotische Burg, bekannt als Sigismundburg. Der nach den Pálffys benannte Burgumbau erfolgte im Zeitalter der abklingenden Renaissance.
Die letzte Etappe großer Umbauarbeiten gab Maria Theresia in Auftrag. Sie ließ von der Pálffy-Burg nach und nach alle Fortifikationselemente beseitigen und gleichzeitig die Wohnfunktionen in der prunkvollsten Form betonen, verbessern oder erweitern. Das interessanteste Objekt, später nannte man es Theresianum, baute man nach dem Jahr 1768 an die östliche Stirnwand des Palastes an.
Der wunderbare Rokokopalast mit kleineren Ausmaßen war der Sitz des Statthalters Alberta, der diese bedeutende Funktion Dank seiner Heirat mit der Erzfürstin Maria Kristina, eine Tochter Maria Theresias, erhielt. Beide Eheleute begannen als Kunstliebhaber auf der Burg zahlreiche Kunstwerke zu sammeln, die später die Basis der heute bedeutenden Wiener Albertina Galerie wurden.
Im Mai 1811 brach auf der Burg ein vernichtendes Feuer aus. Die riesigen Ruinen des abgebrannten Burgpalastes blieben 150 Jahre unberührt. Erst im Jahr 1968 erfolgte eine Rekonstruktion. Im Areal der Burg Bratislava sind einige Bereiche für die Öffentlichkeit zugänglich. Darin befinden sich verschiedene Ausstellungen des Slowakischen Nationalmuseums.
Das Historische Museum bietet einen reichen Schatz an Möbelstücken, bildender Kunst, Uhren, Sammlungen historischer Gläser sowie Porzellan und Keramik und silberne Gegenstände. Vor allem während des Sommers werden auf dem Bughof unter freiem Sternenhimmel Theateraufführungen im Rahmen der Shakespeare-Spiele sowie Konzerte angeboten. 2008 wurde mit einer umfangreichen Sanierung der Burg Bratislava begonnen, die mittlerweile fast abgeschlossen ist.
Zwischen Donau und Karpaten
Direkt neben der Burg ist das Parlament. Von hier aus bietet sich dem Besucher ein eindrucksvoller Panoramablick über die Stadt. Hinter der UFO-Brücke ist die Silhouette von Petrzalka zu erkennen. In dieser Plattenbausiedlung, die in den vergangenen Jahren ansprechend modernisiert wurde, leben mit mehr als 100 000 Menschen rund ein Viertel der Einwohner Bratislavas.
„Links von der Donau beginnen die Karpaten“, sagt Bilacic und zeigt auf ein hügeliges Waldgebiet, das noch zu Österreich gehört. Am Rande der Hauptstadt wird dieses Gebirge mit seinen Weinbergen als Kleine Karpaten bezeichnet. Weiter nördlich wird es von den Weißen Karpaten und dem Gebirgsmassiv der Kleinen Fatra mit ihren Felsen und Schluchten abgelöst. Das Leben in den Kleinen Karpaten ist bereits seit Jahrhunderten von einer Weinbautradition gekennzeichnet. Diese Tradition brachte den Weinhandel in Schwung und setzte wichtige Impulse für die Entwicklung jener Ortschaften, die zur „Weinstraße der Kleinen Karpaten“ gehören. In den zahlreichen urigen Kellern Bratislavas werden diese edlen Tropfen ausgeschenkt.
Text: Stefan Zibulla * Foto: Stefam Zibulla und Marian Bilaces
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